Bestes Olivenöl ist in aller Munde. Doch das ist nicht erst seit heute so. Darum werfen wir einen Blick auf die geheimnisvolle Geschichte des Olivenöls.

Olivenöl – Für Könige gemacht

Um das Olivenöl ranken sich viele Sagen und Legenden. Dabei ist erstaunlich, dass fast jede Kultur mit Siedlungsgebieten am Mittelmeerraum eine Geschichte über den Olivenbaum und sein kostbares Öl nachweisen kann.

Im ersten Buch Mose, das sowohl von Juden als auch Christen bis heute gelesen wird, gibt es die Geschichte von Noah. Die meisten kennen diese Erzählung mit der Sintflut und der Arche. Etwas weniger bekannt ist jedoch ihr Ende: Als der Regen aufhört, lässt Noah eine Taube ausfliegen, um herauszufinden, ob es schon wieder trockenes Land gibt. Die Taube kehrt nach einiger Zeit zurück – mit einem Olivenzweig im Schnabel. Daher kommt das auch heute noch verwendete Bild der Friedenstaube. In späteren Geschichten der Bibel wird Olivenöl verwendet, um Könige zu salben. Es ist also ein wirklich königliches Öl.

Sagenhafte Geschichte des Olivenöls

Auch andere antike Kulturen wie Römer und Griechen kennen Sagen, in denen der Olivenbaum eine besondere Rolle spielt. Die Geschichte von der Gründung Athens ist so eine. Dabei geht es um einen Wettstreit zwischen Athene und Poseidon. Die beiden Götter rangen miteinander um die Gunst der Einwohner eines Ortes. Um den Streit zu gewinnen, machte jeder von ihnen der Ortschaft ein Geschenk. Wer das schönste Geschenk aussuchte, gewänne den Wettkampf und wird Namenspatron der Stadt.

Als Gott des Meeres schenkte Poseidon den Einwohnern einen Brunnen. Doch wie es mit Meerwasser so ist, sprudelte der Brunnen nur mit salzigem Wasser. Athene dagegen rammte ihre Lanze in den Erdboden und schenkte dem Ort einen Olivenbaum, der an dieser Stelle wuchs. Statt ungenießbarem Wasser spendete er den Bewohnern fortan Nahrung, Olivenöl und Holz. Somit wurde sie zur Siegerin gekürt und der Ort wurde ihr zum Andenken fortan Athen genannt.

Bestes Olivenöl für sportliche Wettkämpfe

Doch nicht nur diese Zeugnisse mythischer Kultur belegen die frühe Bekanntheit von Olivenöl. Die Geschichte des grünen Öls fand natürlich auch im realen Leben statt. Beispielsweise ist bekannt, dass die Gewinner der antiken Olympischen Spiele einen Olivenzweig als Siegprämie erhielten. Außerdem berichtet der Dichter Homer, unter anderem bekannt für sein Werk „Die Odyssee“, von Teilnehmern der Olympischen Spiele, die während des Wettkampfs eine Olivenöldiät hielten. Offensichtlich versprachen sich die Sportler von dieser Ernährung besonders viel Kraft und Ausdauer.

Olivenöl in der Antike

Die Geschichte des Olivenöls reicht also weit zurück. Auch die Archäologie hat sich bereits auf die Spuren des Öls gemacht. Im Kamel-Gebirge in Israel hat man bei Ausgrabungen Olivenkerne aus der Zeit um 8000 vor Christus entdeckt. Auch für andere Gebiete südlich des Kaukasus und westlich des Irans vermutet man eine so frühe Bekanntheit der Olive. Allerdings ist bis heute nicht vollständig geklärt, woher die Pflanze genau kommt. Dieses Geheimnis behält die grüne Steinfrucht wohl für immer für sich.

Historiker haben dennoch herausgefunden, dass Olivenöl im 6. Jahrtausend vor Christus in Galiläa bereits ein wichtiges Handels- und Konsumgut war. Professioneller wurde die Olivenölgewinnung allerdings erst später. Die Insel Kreta, die auch heute noch große Mengen des Öls produziert, wird als das früheste kommerzielle Anbaugebiet von Olivenbäumen angesehen. Vermutlich seit 3500 vor Christus wird dort Olivenöl gewonnen.

Zur Geschichte des Olivenöls im Mittelalter

In der Früh- und Spätantike hatte das Olivenöl in der damals bekannten Welt Hochkonjunktur. Doch die Geschichte dieses Speiseöls änderte sich mit dem Zusammenbruch des Römischen Reiches. Während im südlichen Mittelmeerraum fleißig weiter flüssiges Gold produziert wurde, ging das Geschäft in der nördlichen Mittelmeerregion deutlich zurück und kam mancherorts völlig zum Erliegen.

Erst im Frühmittelalter, also etwa ab dem 5. Jahrhundert, breitete sich das beliebte Öl des Mittelmeerraumes wieder verstärkt aus und gelangte nun auch nach West- und Nordeuropa. Der Grund dafür war die zunehmende Christianisierung und die Verwendung des Olivenöls nach biblischer Tradition als Tauf- und Salböl.

Siegeszug des Olivenöls in der ganzen Welt

Die Geschichte des Olivenöls ist damit aber noch nicht zu Ende. Seine weltweite Verbreitung verdankt es dem frühen Kolonialismus. Durch europäische Expeditionen gelangte es nach Nord- und Lateinamerika. Olivenöl wurde dort zu einem wichtigen, aber teuren Handelsgut.

So richtig ins Rollen kam das Geschäft mit dem grünen Öl aber erst im 19. Jahrhundert. Zu den ersten Pionieren, welche Olivenöl in die USA exportierten, gehörte Francesco Bertolli. Die Emigranten, welche nach Amerika auswanderten, fanden dort nicht ihre gewohnten Lebensmittel vor. Deshalb baten sie Bertolli im Jahr 1875, Kisten mit ihrem geliebten Olivenöl zu schicken. Das betrifft allerdings nicht nur den amerikanischen Kontinent. Auch in Nordeuropa nahm der Olivenölkonsum ab dem 20. Jahrhundert stark zu, weil italienische Gastarbeiter das Öl stärker bekannt machten und vertrieben. Neben Griechenland und Spanien zählt Italien seit jeher zum wichtigsten Anbaugebiet für Olivenbäume.

Zur erfolgreichen Geschichte des Olivenöls trägt bestimmt auch der weltweite Genuss typisch italienischer Gerichte bei. Ob New York, Paris, Moskau oder Tokio – überall finden wir ein Ristorante oder eine Trattoria, die von einem waschechten Italiener betrieben wird. Die hohe Affinität der italienischen Küche zu bestem Olivenöl tut dabei ihr Übriges, um die Beliebtheit des Produktes zu steigern.

Die Geschichte des Olivenöls nimmt kein Ende

Olivenöl gehört weltweit zu den bekanntesten Ölsorten, was nicht zuletzt an der bewegten Geschichte liegt. Wir können davon ausgehen, dass die Geschichte dieses Speiseöls sich noch lange nicht ihrem Ende nähert. Trotz starker Konkurrenz wird Olivenöl auch in den nächsten Jahren in Küchen der ganzen Welt zu finden sein.

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